Token statt Jahres-Abo: Warum wir pro Simulation abrechnen
SaaS sagt: Lizenz pro Nutzer, pro Jahr. Das passt bei uns nicht. Über unsere Entscheidung für Token-Pricing — und was wir damit meinen.
Eine kurze Episode aus einem Pitch vor neun Monaten: Ein OEM-Kunde fragt, was Fleetbench im Jahr kostet. Ich sage: “Pro Simulation ein Token, ein Token ist rund 25 €.” Er schaut auf, rechnet kurz und sagt: “Ah, das ergibt Sinn.”
Genau dieser Moment — “das ergibt Sinn” — war der Grund, warum wir uns gegen ein klassisches SaaS-Abo entschieden haben. Hier der Hintergrund.
Warum SaaS-Preise bei uns nicht gepasst haben
Klassische SaaS-Logik sagt: Lizenz × Nutzer × Jahr. Man zahlt für den Zugang, nicht für die Nutzung.
Das funktioniert großartig für Tools, die täglich benutzt werden — CRMs, Messenger, Design-Tools. Bei uns passt das schief:
- Ein Flottenmanager führt vielleicht drei Simulationsrunden pro Jahr durch (zur Anschaffungsentscheidung, bei Re-Deklaration, bei Ausschreibungen).
- Ein OEM-Sales-Team fährt 200 Cases pro Woche (pro Angebot mindestens einen).
- Ein Berater nutzt uns für ein Projekt und danach drei Monate gar nicht.
Für alle drei wäre eine Jahreslizenz entweder völlig überteuert oder peinlich unterbewertet. Und wir hätten dauernd diskutiert, was “Nutzer” genau bedeutet, ob Read-Only zählt, ob Service-Accounts inkludiert sind — diese Gespräche, die nichts bringen, außer dass beide Seiten das Gefühl haben, über die Nase gezogen zu werden.
Was ein Token eigentlich ist
Ein Token deckt einen vollständigen Simulationslauf ab: Eingangsdaten hochladen, Szenario konfigurieren, rechnen, auditfähiger Bericht als PDF. Inklusive aller Varianten dieses einen Szenarios.
Was kein Token kostet:
- Accounts anlegen (beliebig viele)
- Fahrzeug-Stammdaten pflegen
- Bericht erneut herunterladen
- Historische Läufe ansehen
- Kollegen einladen, Kommentare hinterlassen
Die Logik: Wir verdienen, wenn Sie eine Entscheidung treffen. Nicht wenn Sie sich einloggen.
Die typischen Größenordnungen
Um eine Vorstellung zu geben, was das praktisch kostet:
| Nutzertyp | Runden pro Jahr | Jahreskosten |
|---|---|---|
| Kleine Flotte (30 Fz.) | ~40 | ~1.000 € |
| Mittlere Flotte (150 Fz.) | ~180 | ~4.500 € |
| OEM-Sales-Team (5 Seller) | ~2.000 | ~50.000 € |
| Berater-Projekt | ~30 | ~750 € |
Dem gegenüber: Intern VECTO zu betreiben, wenn Sie es noch nicht haben, kostet Sie ein bis zwei FTE-Monate pro Jahr, das ist unabhängig von Ihrer Größe.
Eine offene Einschränkung
Ich will dabei ehrlich sein: Token-Pricing hat eine unangenehme Eigenschaft. Sie wissen am Jahresanfang nicht exakt, was Sie am Jahresende bezahlt haben werden.
Das stört manche Einkaufsabteilungen. Deswegen bieten wir auch Token-Pakete mit Jahresbudget an — 50 Tokens, 200 Tokens, 1.000 Tokens. Einmal gekauft, 18 Monate gültig. Für Finance planbar, für Nutzer flexibel.
Eine letzte Nebenbemerkung
Der offensichtliche Einwand ist: “Aber dann laufen wir nicht so viele Simulationen wie möglich, weil jede Geld kostet.”
Zum einen: das ist eine Feature, kein Bug. Wer drei Cases rechnet, um eine Entscheidung zu untermauern, trifft tendenziell bessere Entscheidungen als wer in 47 Varianten nach dem Lieblingsergebnis sucht.
Zum anderen: der erste Case ist bei uns gratis. Wenn Sie nach dem ersten Durchlauf denken, Sie hätten das auch ohne uns entscheiden können — schön. Dann war der Abend gerettet.